KI in der Zahnarztpraxis: Was kann die künstliche Intelligenz

KI in der Zahnarztpraxis

02.01.2024

KI in der Zahnarztpraxis: Was kann die künstliche Intelligenz?

KI ist heute in vielen Bereichen ein Thema – auch in der Zahnarztpraxis. Sie kann die Arbeit erleichtern, birgt aber auch Risiken. Welche das sind, zeigt dieser Beitrag.

Was ist KI?

Künstliche Intelligenz geht weit über ChatGPT hinaus und ist der Versuch, Computer mit menschlichem Wissen zu füttern und so zu programmieren, dass sie mit diesen Informationen selbstständig denken können. Google hat es vorgemacht: Tag für Tag wird die Suchmaschine mit unzähligen Informationen gefüttert und kann dadurch selbst Zusammenhänge verstehen. Ziel der KI ist es, das menschliche Gehirn nachzuahmen und mit diesem Wissen Computer und Maschinen nicht nur selbst denken zu lassen – sie sollen auch eigenständig Probleme lösen können. Aber: Auch wenn Computer und Maschinen heute schon in gewissem Umfang selbstständig denken können, sind sie doch auf den Menschen angewiesen, der sie mit den notwendigen Informationen füttert. Cybertechnik, Smartphones, Suchmaschinen, automatische Übersetzer und Smart-Home-Systeme sind nur einige Beispiele, die mit künstlicher Intelligenz arbeiten. Auch in der modernen Zahnmedizin werden KI-gestützte Systeme eingesetzt, wenn auch nur in geringem Umfang.

Wo wird künstliche Intelligenz in der Zahnarztpraxis eingesetzt?

  1. In der Praxisverwaltung

In der modernen Zahnmedizin sind KI-gestützte Systeme derzeit (noch) überschaubar, aber der Anfang ist gemacht. Zahnbürsten, die auf Zahnkrankheiten hinweisen, und intelligente Systeme, die selbstständig Diagnosen stellen, sind noch in weiter Ferne. Dennoch sind KI-gestützte Systeme bereits in vielen Bereichen zu finden. Ein Beispiel sind Praxisverwaltungssysteme, die Patienten an Vorsorgeuntersuchungen erinnern oder Termine planen – ganz automatisch. Das entlastet das Personal, das sich auf andere Aufgaben oder die Betreuung der Patienten konzentrieren kann.

  1. Zur Messung der Vitalwerte

Es gibt bereits intelligente Systeme auf dem Markt, die den Patienten während der Behandlung überwachen, indem sie die Vitalwerte messen. Sie können zum Beispiel helfen, eine mögliche Ohnmacht frühzeitig zu erkennen, sodass das Personal schneller reagieren kann.

  1. Für die Herstellung von Zahnersatz

Die Technologie wird auch in Softwaresystemen zur vereinfachten Darstellung von dreidimensionalen Modellen eingesetzt, auf deren Grundlage beispielsweise Kronen und Brücken hergestellt werden. Künstliche Intelligenz allein wird die Herstellung von Zahnersatz noch nicht ermöglichen, aber sie ist schon heute eine große Hilfe.

  1. Für das Setzen von Implantaten

Was in der allgemeinen Chirurgie zunehmend an Bedeutung gewinnt, hat auch in der modernen Zahnmedizin, insbesondere in der zahnärztlichen Chirurgie, Einzug gehalten. Die Rede ist von Robotern, die beispielsweise Implantate einsetzen. Wo das menschliche Auge oft an seine Grenzen stößt, leisten intelligente Robotertechnik millimetergenaue Arbeit.

  1. KI zum Erkennen von Karies

Intelligente Systeme kommen auch in der bildgebenden Diagnostik zum Einsatz, etwa bei der Früherkennung von Karies oder Parodontitis. Ziel ist es, die Anzahl der Röntgenaufnahmen zu minimieren und die Patienten vor einer möglichen Strahlenbelastung zu schützen.

Welche Vorteile kann die KI in der Zahnarztpraxis haben?

Grundsätzlich können intelligente Systeme in der Zahnarztpraxis eine große Hilfe sein – sowohl für den Zahnarzt als auch für das Praxispersonal. Im Fokus stehen hier intelligente Verwaltungssysteme, die das Praxisteam bei der Terminvergabe und dem Versand von Erinnerungsmails zur Vorsorge unterstützen. Wer jahrelang in einer Zahnarztpraxis gearbeitet hat, weiß, wie zeitaufwändig die Terminvergabe sein kann. Intelligente Systeme sind hier eine große Unterstützung, um im Praxisalltag viel Zeit und damit auch Personal einzusparen.

Dass künstliche Intelligenz darüber hinaus in der Lage ist, bei chirurgischen Eingriffen zu assistieren und dreidimensionale Modelle und Zahnersatz zu erstellen, kann für Zahnarztpraxen eine Bereicherung sein – nicht nur, um wertvolle Ressourcen zu sparen, sondern auch zum Wohle der Patienten. So werden heute Kronen und Brücken in nur einer Sitzung angefertigt, sodass Patienten deutlich weniger Termine für ihren Zahnersatz benötigen als noch vor einigen Jahren. Nicht zu vergessen ist die Unterstützung der Zahnärzte bei der Diagnose. Durch KI werden Karies und Parodontitis leichter erkannt, was wiederum zu einer Verbesserung der Behandlungsqualität beiträgt.

Die Vorteile noch einmal in Kürze:

  • Einsparung von Zeit und Personal
  • Arbeitsentlastung
  • verbesserte Diagnostik
  • schnelle Herstellung von Zahnersatz
  • Optimierung von Verwaltungsaufgaben
  • Reduzierung von Röntgenbildern und Strahlenbelastung

Welche Nachteile hat die künstliche Intelligenz in der Zahnarztpraxis?

Intelligente Systeme können viele Vorteile haben – aber auch einige Nachteile. So haben viele Zahnärzte und Mitarbeiter Angst, eines Tages schlicht überflüssig zu werden. Experten gehen jedoch davon aus, dass dies in den nächsten Jahren noch nicht der Fall sein wird. Denn: KI entwickelt sich zwar ständig weiter, jedoch sind intelligente Systeme nach wie vor auf den Menschen angewiesen, um die Systeme mit den notwendigen Informationen zu füttern. Die Systeme sind demzufolge nur so gut, wie die Daten, mit denen sie gespeist werden.

Künstliche Systeme sind also nicht fehlerfrei. Aus diesem Grund kann die analoge Arbeit des Zahnarztes (noch) nicht vollständig ersetzt werden, auch wenn sich viele Vorteile ergeben – insbesondere in Bezug auf Arbeitserleichterung, Kostenersparnis und Behandlungsqualität. Von einer sogenannten dynamischen Software, wie sie zum Beispiel bei Google zu finden ist, wird in der modernen Zahnmedizin derzeit (noch) Abstand genommen. Diese könnte den Zahnarzt in Zukunft tatsächlich überflüssig machen. Viele Experten halten jedoch dagegen und sehen auch in Zukunft den Zahnarzt als wichtigsten Teil der Behandlung, der Zusammenhänge viel besser erfassen und verstehen kann – vor allem, wenn es um unvorhergesehene Komplikationen während einer Operation geht. Intelligente Systeme werden daher auch in Zukunft nicht autonom arbeiten, sondern auf die Dateneingabe durch den Menschen angewiesen sein. Dies erfordert weitere Forschung.

Nicht nur in der Zahnmedizin, sondern auch in anderen Bereichen haben künstliche Systeme noch einen weiteren Nachteil: Die Rede ist von Patientendaten, die durch den Einsatz von intelligenten Systemen in hohem Maße verarbeitet werden. Dies birgt nicht nur die Gefahr von Sicherheitslücken, sondern stellt auch das Datenschutzgesetz infrage. Nicht zuletzt können intelligente Systeme auch Nachteile für den Patienten mit sich bringen. Nur wenige Patienten können sich derzeit vorstellen, ausschließlich von computergestützten Systemen betreut und behandelt zu werden, da es den Systemen grundsätzlich an Empathie und Einfühlungsvermögen fehlt. Diese Eigenschaften machen jedoch ein Praxisteam aus. Patienten müssen sich aufgehoben und gut betreut fühlen, was in einer robotergesteuerten Praxis nicht der Fall wäre.

Die Nachteile noch einmal in Kürze:

  • mögliches Job-Risiko für Zahnärzte und Angestellte
  • Verarbeitung von Patientendaten (Datenschutzgesetz)
  • mögliche Sicherheitslücken
  • Gefahr von Fehlerquellen
  • medizinische Zusammenhänge werden nicht erkannt
  • intelligente Systeme sind auf die Forschung angewiesen
  • Empathie und Einfühlungsvermögen fehlen

Fazit: Künstliche Intelligenz mit Vor- und Nachteilen

KI-gestützte Systeme haben viele Vorteile, aber auch Nachteile, die zulasten der Behandlungsqualität gehen können. Zahnärzte werden daher auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen – vor allem in der Patientenbetreuung. Empathie und Einfühlungsvermögen sind beispielsweise Eigenschaften, die KI-gestützte Systeme nicht mitbringen. Dennoch können sie in der Zahnarztpraxis für Einsparungen und Entlastung sorgen – insbesondere bei der Terminvergabe, der Diagnose und beim Zahnersatz

#Autor

Daniel Felsing

Seit dem Jahr 2005 ist DANIEL FELSING fester Bestandteil der Dentalbranche. Als stolzer Gründer der PIXEL.dental hat er es sich zur Aufgabe gemacht, Zahnarztpraxen die Recherche nach Dentalbedarf zu Spitzenkonditionen abzunehmen. Interessiert am WHY der PIXEL.dental?

PIXEL.dental - Die GÜNSTIGE Alternative zu teuren Dental-Marken