Heil- und Kostenplan Zahnarzt

Heil- und Kostenplan Zahnarzt

16.05.2023

Heil- und Kostenplan für den Zahnarzt: Abrechnungstipps für den Zahnersatz

Der Heil- und Kostenplan ist ein entscheidendes Instrument sowohl für Zahnärzte als auch für ihre Patienten. Seine Bedeutung liegt nicht nur darin, den Patienten über den geplanten Behandlungsablauf zu informieren, sondern auch sicherzustellen, dass die Behandlung finanziell abgedeckt ist. Es ist von größter Wichtigkeit, erst mit der Behandlung zu beginnen, wenn der Heil- und Kostenplan von der Krankenkasse genehmigt wurde, um etwaige Kostenrisiken zu vermeiden. Zusätzlich ist es unerlässlich, die Fristen im Auge zu behalten, um sicherzustellen, dass die Behandlung innerhalb des festgelegten Zeitrahmens abgeschlossen wird und keine finanziellen Engpässe entstehen. Im Folgenden werden wichtige Aspekte bei der Erstellung eines Heil- und Kostenplans erläutert.

Warum ist ein Heil- und Kostenplan für den Zahnarzt von solch großer Bedeutung?

Es ist unbestreitbar, dass die Erstellung eines Heil- und Kostenplans oft mit einem erheblichen bürokratischen Aufwand verbunden ist und für Patienten nicht immer leicht zu durchschauen ist. Das Ausfüllen dieses Plans erfordert Zeit und Geduld und kann mitunter nervenaufreibend sein. Trotz dieser Herausforderungen ist der Heil- und Kostenplan für den Zahnarzt ein unverzichtbares Dokument. Er dient dazu, dem Patienten die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit einer bestimmten Behandlung zu verdeutlichen und ihm eine klare Übersicht über die geplanten Leistungen und die damit verbundenen Kosten zu bieten.

Im Gegensatz zu anderen zahnärztlichen Leistungen, wie beispielsweise einer Zahnfleischbehandlung oder einer Füllung, erfordert die Herstellung eines Zahnersatzes eine präzise Planung und Vorbereitung. Durch einen Heil- und Kostenplan wird im Grunde genommen ein verbindlicher Vertrag zwischen dem Zahnarzt und dem Patienten festgelegt. Dieser Plan legt genau fest, welche Leistungen erbracht werden sollen, beginnend mit der Vorbereitung und Präparation bis hin zur endgültigen Eingliederung des Zahnersatzes. Somit dient der Heil- und Kostenplan als Gewährleistung für beide Seiten, dass die erbrachten Leistungen entsprechend vergütet werden und die finanzielle Absicherung gewährleistet ist.

Welche Fristen für den Heil- und Kostenplan Zahnarzt?

Ein Heil- und Kostenplan ist mit gesetzlichen Fristen verbunden, die Du als Zahnarzt unbedingt im Blick behalten solltest. Der HKP ist nach der Genehmigung durch die Krankenkasse ein halbes Jahr lang gültig und beginnt ab dem Tag der Genehmigung durch die Krankenkasse. Die Gültigkeit des HKP beträgt genau sechs Monate und keinen Tag länger. Aus diesem Grund musst Du den Zahnersatz innerhalb der Fristen für den Heil und Kostenplan Zahnarzt eingliedern. Dies gilt übrigens nicht nur für die Regelversorgung, sondern auch für Leistungen, die über die Regelversorgung hinausgehen, beispielsweise eine gleichartige oder andersartige Versorgung.

Sobald die Eingliederung nicht innerhalb der Fristen für den Heil- und Kostenplan Zahnarzt von sechs Monaten erfolgt, bleibst Du auf Deinen Kosten sitzen. Dies ist auch dann der Fall, wenn Du ohne Genehmigung des HKP mit der Eingliederung beginnst. Bedenke: Es kann immer passieren, dass die Krankenkasse dem HKP nicht zustimmt. Deshalb gilt: Sobald sich die Eingliederung aufgrund von unvorhergesehenen Problemen oder Maßnahmen verzögert oder weitere Behandlungen oder Leistungen erforderlich sind, solltest Du aktiv werden und nicht so lange warten, bis die Frist nach 6 Monaten abläuft.

Innerhalb der Fristen für den Heil und Kostenplan Zahnarzt hast Du nämlich die Möglichkeit, eine Verlängerung des HKP bei der Krankenkasse zu beantragen. Ich empfehle Dir, diese Verlängerung noch vor Ablauf der sechs Monate bei der GKV einzureichen – spätestens jedoch im fünften Monat nach der Genehmigung des Antrages.

Welche Kosten werden von der Krankenkasse übernommen?

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) übernimmt grundsätzlich nur die Kosten für Regelversorgungen, die als wirtschaftlich und zweckmäßig eingestuft werden. Ein Beispiel hierfür ist eine nicht verblendete Brücke im Seitenzahnbereich, die als gängige Regelversorgung gilt. Obwohl sie zweckmäßig ist, trägt sie möglicherweise nicht zur perfekten ästhetischen Optik bei.

Des Weiteren erstattet die GKV nur die Kosten für Regelversorgungen, wenn die Patienten eine gleichartige oder andersartige Versorgung wünschen. Selbst verblendete Brücken im Seitenzahnbereich sind in dieser Hinsicht kostengünstiger, auch wenn die Patienten einen höheren Eigenanteil tragen müssen. Die Kosten können oft durch eine Fokussierung auf das Wesentliche und eine wirtschaftliche Herangehensweise reduziert werden. Hierbei spielen vor allem Material- und Laborkosten eine entscheidende Rolle. Eine stets patientenzentrierte Herangehensweise fördert wiederum die Kundenbindung und stärkt das Vertrauen der Patienten in den Zahnarzt.

Es ist von grundlegender Bedeutung, die Patienten dazu zu motivieren, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen, um im Falle einer erforderlichen Versorgung einen höheren Festzuschuss zu erhalten. Patienten, die ihr Bonusheft über einen Zeitraum von 10 Jahren ohne Unterbrechung führen, können beispielsweise mit einem Festzuschuss von 75 Prozent rechnen.

Warum kann eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll sein?

Sogenannte Zahnzusatzversicherungen können den Eigenanteil deutlich mindern. Eine Versicherung kann sich vor allem dann rechnen, wenn es sich beim Zahnersatz um eine gleichartige oder andersartige Versorgung handelt. Früher waren behandlungsbedürftige Zähne von der Versicherung ausgeschlossen. Heute kann das gesamte Gebiss versichert werden, wobei der Versicherungsbeitrag entsprechend steigt.

Derzeit gibt es zahlreiche Zusatzversicherungen, deren Leistungsangebot und Preis deutlich variieren können. Für Patienten ist das Angebot oft nur schwer zu überschauen. Immer mehr Zahnärzte nehmen deshalb die Unterstützung der DGBZ (Deutsche Gesellschaft für bezahlbare Zahngesundheit) in Anspruch, um die Kosten besser kalkulieren zu können und Patienten einen bezahlbaren Zahnersatz anzubieten (Thema Patientenbindung).

Wie erfolgt die Abrechnung des Heil- und Kostenplans?

Die Abrechnung erfolgt über eine Berechnung des Eigenanteils, den Patienten auf der Grundlage des Heil- und Kostenplans leisten müssen. Der Eigenanteil setzt sich aus den Material- und Laborkosten und dem Zahnarzthonorar zusammen. Diese Positionen bestimmst Du als Zahnarzt maßgeblich mit. Der Festzuschuss wird mit dem Patienten direkt über die Krankenkasse abgerechnet.

Um ein angemessenes Honorar zu erhalten, solltest Du als Zahnarzt grundsätzlich den Steigerungssatz nutzen, um den Aufwand und Schwierigkeitsgrad der Behandlung fair bezahlt zu bekommen. Beschränke Dich dabei nicht nur auf eine Behandlung und biete Deinen Patienten schon im Vorfeld mehrere Möglichkeiten an, um die Kosten und Vorteile gegenüberzustellen.

Ratenzahlung ist übrigens auch bei vielen Zahnärzten ein Thema, um Patienten die Zahlung des Zahnersatzes zu erleichtern – vor allem, wenn sie sich gegen eine Regelversorgung entscheiden.

Was passiert bei einer Änderung des Heil- und Kostenplans?

 

In der Regel sollte ein Heil- und Kostenplan stets auf Basis des vorliegenden Befundes erstellt werden, und die Behandlung sollte erst nach Genehmigung durch die GKV beginnen. Trotz sorgfältiger Planung können jedoch im Verlauf der Therapie Kostenänderungen auftreten, sei es aufgrund von Komplikationen oder der Notwendigkeit weiterer Behandlungen. In einem solchen Fall ist es wichtig, diese Änderungen umgehend bei der GKV zu melden, spätestens jedoch fünf Monate vor Ablauf der Abschlussfrist.

Die Änderungen sollten im Original-Heil- und Kostenplan handschriftlich festgehalten und der Plan erneut zur Festsetzung des Festzuschusses bei der GKV eingereicht werden. Auch hier sollte die Behandlung erst nach Genehmigung durch die Krankenkasse erfolgen. Derzeit beträgt die Verlängerungsdauer durch die Krankenkasse weitere sechs Monate, in denen der Zahnersatz eingegliedert werden muss. Sollte sich die Therapie vor Beginn der Behandlung ändern, besteht die Möglichkeit, den Heil- und Kostenplan zu stornieren und einen neuen aufzusetzen.

Ein Tipp hierbei ist, die Behandlung gemeinsam mit dem Patienten zu planen, indem die von der GKV vergüteten Regelleistungen und abweichenden Leistungen gegenübergestellt werden. Auf diese Weise erhalten die Patienten einen klaren Überblick über die anstehenden Kosten und können selbst entscheiden, welche Art der Versorgung für sie am besten geeignet ist.

Im Falle einer Änderung oder einer erneuten Einreichung des Heil- und Kostenplans (bei Stornierung) ist es unerlässlich, den Plan vom Patienten unterschreiben zu lassen, um seine schriftliche Zustimmung zur Behandlung zu erhalten. Andernfalls behält der Patient das Recht, die Behandlung zu widerrufen, selbst wenn bereits mit dem Zahnersatz begonnen wurde.

Es ist außerdem wichtig, die Genehmigung durch die Krankenkasse abzuwarten, wenn der Heil- und Kostenplan vor Ablauf des Genehmigungsintervalls von sechs Monaten erneut eingereicht wurde und eine Verlängerung erwünscht ist. Die GKV prüft jeden Heil- und Kostenplan äußerst sorgfältig und kann ihn im Zweifelsfall ablehnen oder nur bestimmten Änderungen zustimmen.

Welche rechtlichen Bestimmungen müssen von  Zahnärzten beachtet werden?

Ein Heil- und Kostenplan ist grundsätzlich mit einer Vielzahl von rechtlichen Fallstricken verbunden, die für Zahnärzte schnell zu kostspieligen Konsequenzen führen können. Besonders wichtig sind hierbei die Einhaltung der Fristen für den Heil- und Kostenplan Zahnarzt, da diese darüber entscheiden können, ob das Honorar für die durchgeführte Behandlung tatsächlich gezahlt wird oder nicht. Selbst wenn Patienten darauf drängen, so schnell wie möglich mit der Behandlung zu beginnen, ist es unerlässlich, zunächst die Genehmigung des HKP abzuwarten. Ein vorzeitiger Beginn könnte im schlimmsten Fall dazu führen, dass die GKV den im Plan enthaltenen Leistungen nicht zustimmt, was bedeutet, dass der Zahnarzt im Grunde genommen ohne Honorar arbeitet.

Dies gilt auch dann, wenn Änderungen an den im HKP enthaltenen Leistungen zu spät eingereicht werden. Jede Änderung sollte spätestens einen Monat vor Ablauf der Abschlussfrist bei der GKV eingegangen sein. Es mag trivial erscheinen, aber es ist von entscheidender Bedeutung sicherzustellen, dass der Heil- und Kostenplan vom Patienten unterschrieben wird, da andernfalls kein verbindlicher Vertrag zustande kommt.

Gleichzeitig obliegt es dem Zahnarzt, die Patienten stets umfassend über sämtliche Einzelheiten und erforderliche Behandlungen aufzuklären. Sollte die geplante Behandlung über die Regelversorgung hinausgehen, ist es unerlässlich, dass dies immer mit dem ausdrücklichen Einverständnis des Patienten geschieht – selbstverständlich immer in Verbindung mit den entsprechenden Kosten.

Fazit: Heil- und Kostenplan – Ein wichtiges Dokument mit Herausforderungen

Der Heil- und Kostenplan stellt einen verbindlichen Vertrag zwischen Zahnarzt und Patienten dar und markiert den Beginn einer prothetischen Versorgung. Für den Zahnarzt bedeutet dies, eine Vielzahl von Aspekten zu berücksichtigen – von der Diagnostik und Planung bis hin zur fristgerechten Mitteilung von Änderungen, falls zusätzliche Leistungen erforderlich sind. Insbesondere die Einhaltung der Fristen im Heil- und Kostenplan für den Zahnarzt ist von entscheidender Bedeutung und kann darüber entscheiden, ob eine Honorarzahlung erfolgt oder nicht.

#Autor

Daniel Felsing

Seit dem Jahr 2005 ist DANIEL FELSING fester Bestandteil der Dentalbranche.

Als stolzer Gründer der PIXEL.dental hat er es sich zur Aufgabe gemacht, Zahnarztpraxen die Recherche nach Dentalbedarf zu Spitzenkonditionen abzunehmen. Interessiert am WHY der PIXEL.dental?

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