GKV Budgetierung - Wie gehen wir als Praxisteam damit um?

GKV Budgetierung - Wie gehen wir als Praxisteam damit um?

11.12.2023

Durch die vom Bundeskabinett beschlossene GKV Budgetierung sind viele Zahnarztpraxen verunsichert, da die Einsparmaßnahmen Angst und Unsicherheit verbreiten. Dieser Artikel verrät, wie Ihr damit umgehen könnt.

Warum die GKV Budgetierung viele Zahnarztpraxen verunsichert

Die GKV Budgetierung sorgt in Zahnarztpraxen für Angst und Befangenheit. Viele Praxisteams sind sich unsicher, wie es mit den Behandlungen und dem Wohlbefinden ihrer Patienten überhaupt weitergehen soll. Schließlich steht die Mund- und Zahngesundheit in einer Zahnarztpraxis an erster Stelle. Mit der vom Bundeskabinett beschlossenen GKV Budgetierung stehen Zahnärzte vor unüberwindbaren Hürden.

Auch haben viele Mitarbeiter Angst, weil sie nicht wissen, wie es durch die Einsparmaßnahmen weitergehen soll. Die Angst vor dem Jobverlust ist zu einem großen Thema geworden und bei vielen ZFA ein ständiger Begleiter. Was ist, wenn durch die Budgetierung weniger Patienten in die Praxis kommen? Dadurch müssten Zahnärzte Einsparungen vornehmen und ihre Angestellten möglicherweise entlassen.

Meiner Meinung nach ist diese Angst durchaus real. Denn: Zahnärzten sind durch die GKV Budgetierung buchstäblich die Hände gebunden, weil sie die zu viel geleisteten Behandlungen nicht mehr bezahlt bekommen und unter dem Strich weniger Geld zur Verfügung haben.

Wie können Zahnarztpraxen mit der GKV Budgetierung umgehen?

Zugegeben: Es ist sicherlich nicht leicht, die derzeitige Angst einfach abzuschütteln, da die Einsparmaßnahmen für viele Praxisteams ein großer Schock waren. Die Angst betrifft vor allem Mitarbeiter, die für ihre Leistungen eine Umsatzprovision erhalten haben und diese wohl zurückzahlen müssen.

Aufgrund der Inflation kommen viele Mitarbeiter jedoch schon jetzt an ihre finanziellen Grenzen. Ein Jobverlust würde dieses Problem noch verstärken. Wer im Zuge der Budgetierung arbeitslos ist, hat es zudem schwer, sich einen neuen Job zu suchen, da die Folgen der Sparmaßnahmen in jeder Zahnarztpraxis allgegenwärtig sind.

Ziel sollte also sein, die Arbeit innerhalb des Praxisteams zu stärken und Möglichkeiten zu finden, Geld einzusparen und den Patientendurchlauf zu sichern. Ein starkes Team ist hierbei unerlässlich. Gemeinsames Agieren mit dem Chef ist dabei entscheidend, um effektiv zu arbeiten und die Patientenversorgung zu optimieren. Ein eingespieltes Team, was offen miteinander spricht, ermöglicht effiziente Abläufe, fördert Patientenzufriedenheit und hilft, das Budget bestmöglich zu nutzen. Die Zusammenarbeit schafft eine positive Arbeitsatmosphäre und trägt dazu bei, Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen. Gemeinsam kann man als Team den Anforderungen der GKV Budgetierung besser gerecht werden und die Praxis erfolgreich führen.

Viele Praxisteams gehen auch in die Offensive und wollen sich die Budgetierung nicht gefallen lassen. Nachfolgend zeige ich Dir ein paar Beispiele, wie Du als Zahnarztpraxis mit der Budgetierung umgehen kannst.

  1. Leistungen optimieren

Durch die Budgetierung müssen Zahnärzte immer mehr einsparen. Damit Du als Zahnarzt die zu viel erbrachten Leistungen nicht aus eigener Tasche bezahlen musst, kannst Du sie mit ins neue Quartal nehmen. Schau Dir die Leistungen an, die Du erbringen und welche Du getrost streichen kannst. Rechne die einzelnen Positionen durch und plane die Versorgung noch etwas genauer. Dies gilt vor allem für Patienten mit Parodontitis.

  1. Sparen

Überlegt Euch gemeinsam, wie Ihr sparen könnt – angefangen bei den einzelnen Behandlungen bis hin zum Kauf von Praxis- und Büromaterial. Geht am besten Schritt für Schritt Euer Lager durch, damit Ihr wisst, was Ihr tatsächlich bestellen müsst und welche Dinge Ihr noch auf Vorrat habt. Kauft zum Beispiel Großpackungen ein – damit lässt sich meist viel Geld sparen. Vergleicht die Preise von verschiedenen Anbietern und nutzt vorhandene Rabatte. Auch kann es sich lohnen, sich mit anderen Praxen zu verbinden, um die Bestellungen gemeinsam vorzunehmen. Sammelbestellungen werden oft stärker rabattiert. Schau Dir hierzu auch unsern Blog 4 Tipps zum Geld sparen in der Zahnarztpraxis an!

  1. Online-Terminplanung nutzen

Führt doch einfach eine Online-Terminplanung (Doctolib) ein, damit Patienten ihre Termine selbst buchen können. Somit bleibt mehr Zeit für organisatorische Dinge.

  1. Einen behandlungsfreien Tag einführen

Viele Praxen führen einen behandlungsfreien Tag ein, an dem sie sich ausschließlich auf Schmerzpatienten konzentrieren. Dadurch können sie die restlichen Tage detailliert planen, beispielsweise für Prothetik oder konservative Therapien.

  1. Patienten unbedingt einbeziehen

Die GKV-Budgetierung betrifft nicht nur Zahnarztpraxen, sondern auch die Patienten. Aus diesem Grund solltest Du Deine Patienten immer aufklären und ihnen sagen, warum bestimmte Leistungen wegfallen und die Behandlung dadurch anders ist. So können im Zuge der Sparmaßnahmen keine Neupatienten mehr aufgenommen werden. Der Unmut wächst also auch unter den Patienten, die sich ebenfalls gegen die Budgetierung wehren können, indem sie sich beispielsweise an ihre Krankenkasse wenden.

  1. Auf Zusatzversicherung hinweisen

Im Zuge der Sparmaßnahmen müssen viele Behandlungen ab sofort aus eigener Tasche bezahlt werden. Dies gilt vor allem für Patienten, die mit drastischen Einschnitten bei der Behandlung rechnen müssen. Eine Zusatzversicherung könnte eine Lösung sein, um die Einsparungen wieder auszugleichen und von einer angemessenen Behandlung profitieren zu können. Ob sich diese Zusatzversicherung jedoch wirklich lohnt, muss jeder Patient selbst entscheiden.

  1. Schnelle Terminvergabe

Viele Leistungen sollen durch die GKV-Budgetierung gekürzt werden, jedoch hat die Neuregelung auch eine positive Seite. So sollen Zahnarztpraxen für eine schnelle Terminvergabe Zuschläge erhalten. Diese können das finanzielle Loch infolge der Budgetierung zwar nicht ausgleichen, jedoch lohnt sich der Zuschuss dennoch.

Natürlich könnt Ihr als Praxisteam auch in die Offensive gehen, um mit der Angst besser umzugehen und für die Zukunft der Praxis zu kämpfen. Ihr könnt zum Beispiel:

Einen Protestbrief schreiben

Protestbriefe sind immer eine gute Möglichkeit, um seinen Unmut zum Ausdruck zu bringen. Dieser Meinung ist beispielsweise auch der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK). Er rät Zahnarztpraxen, sich mit einem Protestbrief zur Wehr zu setzen. Dieser sollte sich an den jeweiligen Landesgesundheitsminister richten. In diesem Protestbrief könnt Ihr Eure Meinung zur Budgetierung und die damit verbundenen Ängste offen darlegen.

Ihr könnt beispielsweise auch schreiben, dass die Zahngesundheit von Menschen mit Parodontitis in Gefahr ist. Aktiv gegen die Einsparmaßnahmen vorzugehen, ist definitiv ein wichtiger Schritt, den Praxisteams gemeinsam gehen sollten. Als Zahnarztpraxis könnt Ihr auch mit anderen Praxen kommunizieren und den Protestbrief gemeinsam schreiben.

Eine Petition unterzeichnen

Diese Empfehlung kommt ebenfalls vom Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Er schlägt beispielsweise vor, Petitionen zu unterschreiben, die sich auf die GKV-Budgetierung beziehen. Petitionen gibt es in vielen Bereichen unseres Lebens – vor allem im Klima-, Umwelt- und Tierschutz. Hier zählt übrigens jede Stimme, weshalb es Sinn macht, dass jeder einzelne Mitarbeiter die Petition unterschreibt. Hier findest Du eine Petition: Rettet die zahnärztliche Grundversorgung! Keine Honorarkürzung für Zahnärzte

Dies geht ganz einfach online und nimmt nur wenige Minuten in Anspruch. Es gibt insgesamt zwei Petitionen, die der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) empfiehlt. Sie laufen unter den Titeln „Zähne zeigen“ und „Rettet die Grundversorgung“.

Raus auf die Straße gehen

Mit den ersten beiden Tipps können sich Praxisteams gegen die Budgetierung bewusst zur Wehr setzen und ihre Ängste und Befürchtungen offen darlegen. Wer noch mehr unternehmen und die Einsparmaßnahmen nicht so einfach hinnehmen möchte, kann überdies an einer Demonstration teilnehmen. Demonstrationen waren und sind ein probates Mittel, um der Politik die Kehrseite der Budgetierung zu zeigen.

Einsparmaßnahmen und Budgetkürzungen sind definitiv der falsche Weg, um etwas Geld im Gesundheitswesen einzusparen. Diese Einsparungen gehen immer zulasten der Zahn- und Mundgesundheit, sodass Patienten womöglich schon in jüngeren Jahren auf einen Zahnersatz angewiesen sind, anstatt die Zähne bis ins hohe Alter gesund zu erhalten.

In vielen deutschen Städten finden Demonstrationen zum Thema „GKV-Budgetierung“ statt. Auch hier zählt jede Stimme, um der Politik zu zeigen, dass Einsparmaßnahmen der falsche Weg für eine bessere Zahngesundheit sind.

Fazit: GKV-Budgetierung ist eine Herausforderung für Zahnarztpraxen

Mit der GKV-Budgetierung spart die Regierung an der falschen Stelle, wodurch viele Praxisteams Angst vor der Zukunft haben. Viele Praxen müssen mit großen finanziellen Einschnitten rechnen, die sie nur schwer oder kaum ausgleichen können. Durchdachte Bestellungen, behandlungsfreie Tage oder eine Optimierung der Behandlungen können Möglichkeiten sein, in der Zahnarztpraxis Geld zu sparen und die Zukunft der Praxis und der Mitarbeiter zu sichern.

#Autor

Daniel Felsing

Seit dem Jahr 2005 ist DANIEL FELSING fester Bestandteil der Dentalbranche. Als stolzer Gründer der PIXEL.dental hat er es sich zur Aufgabe gemacht, Zahnarztpraxen die Recherche nach Dentalbedarf zu Spitzenkonditionen abzunehmen. Interessiert am WHY der PIXEL.dental?

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